Qi Gong 气功
Qi (气) der Fluss, Gong (功) die Arbeit.
Qi Gong kann somit als Arbeit mit dem Fluss verstanden werden.
Durch Qi Gong entwickelt der Praktizierende die Grundlagen und damit die Voraussetzungen, aus denen die Praxis der inneren Kampfkünste hervorgehen kann: Ausrichtung und Körperöffnung, Atemarbeit sowie Erdung und Verwurzelung.
Das Training konzentriert sich auf stehende Säulen (站桩 Zhan Zhuang), fundamentale wiederholende Bewegungsformen sowie grundlegende daoistische Atemmethoden. Die stehende Qi Gong Praxis kann somit als eine Form der stehenden Meditationspraxis verstanden werden.
Wudang Tai Ji Quan 武当太极拳
Die Grundlage des Tai Ji Quan bildet das Qi Gong — Als ein Fluss, der aus der Ruhe entsteht und in ihr verankert bleibt, obgleich sich die Schritte wandeln und die Bewegungsgeschwindigkeit sich verändern kann. In diesem Sinne kann Tai Ji Quan als gehende Meditationspraxis verstanden werden.
Die Praxis baut sich systematisch und schrittweise auf. Beginnend mit stillen und stehenden Übungen, über die Entwicklung fundamentaler Bewegungsabläufe hin zu zusammenhängenden Formen und eventuell zur Kampfanwendung und Partnerarbeit (Tuishou).
Die Form transportiert spezifische einzelne Übungen und dient als Gefährt für den Praktizierenden, um Ruhe in Bewegung zu entwickeln und zu bewahren, um aus einer verwurzelten, geerdeten und zugleich durchlässigen Struktur heraus handeln zu lernen. Die Bewegungen sind dabei zunächst langsam und folgen später unterschiedlichen Rhythmen und Dynamiken.
Tuishou (Push Hands) 推手
Tuishou, auch bekannt als Schiebende Hände, ist eine traditionelle Partnerpraxis der inneren Kampfkünste, speziell des Tai Ji Quan. Anstatt sich auf Kraft zu verlassen, wird erforscht, wie einwirkende Kräfte durch Ausrichtung und die Koordination des gesamten Körpers aufgenommen, umgeleitet und zurückgegeben werden.
Die Praxis umfasst Haltungsarbeit, fundamentale Kampfanwendungen und schrittweise aufgebaute Partnerformate. Dabei wird besonderer Wert auf Haltung, Verwurzelung, Ganzkörperverbindung und das „Hören“ über den Kontakt gelegt.
Tuishou ist kein Kampf im üblichen Sinne, sondern ein physischer Dialog, in dem sichtbar wird, wie wir uns organisieren und auf ein Gegenüber beziehen können.
Wudang Schwert (Jian) 武当 剑
Die Schwertpraxis baut auf den gleichen Grundlagen wie das Tai Ji Quan und Tuishou auf und erweitert sie um den Umgang mit einem äußeren Objekt. Das Schwert macht sichtbar, wie der Körper organisiert ist: Unklarheiten in Haltung, Richtung oder Timing zeigen sich unmittelbar in der Bewegung der Klinge.
Gearbeitet wird mit festgelegten Formen und Drills, in denen Schrittarbeit, Körper und Schwertführung miteinander verbunden werden. Dabei geht es nicht darum, das Schwert isoliert zu bewegen, sondern die Bewegung aus dem ganzen Körper zu entwickeln, bis in die Spitze der Klinge und darüber hinaus.
Die Praxis wechselt zwischen klar geführten Sequenzen und freieren Übungsformen und entwickelt Flexibilität, ohne Spannung aufzubauen. Struktur und Entspannung bleiben dabei durchgehend miteinander verbunden.

練剣之要身如遊龍切忌停滯習之日久身與剣合剣與神合於無剣處處處皆剣能知此義則近道矣右廣川李景林題
Das Wesentliche im Schwertüben ist, dass sich der Körper wie ein schwimmender Drache
bewegt und niemals zum Stillstand kommt.
Übt man über lange Zeit, so wird der Körper eins mit dem Schwert,
und dann verschmilzt das Schwert mit dem Geist.
Nirgends ist ein Schwert, und überall ist ein Schwert.
Wer diesen Grundsatz zu verstehen vermag, ist dem Weg schon nahe.
– Kalligrafie von Li Jinglin aus Guangchuan